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Bambu-Lab-Teaserbild zum R1: ein dünner Lichtstrahl schneidet in völliger Dunkelheit ein Loch in ein helles Holzbrett

Bambu Lab R1: viel Strahl, wenig Zahlen

aktualisiert 3D-Druck Drucker 7 Min. Lesezeit

Inhalt — 9 Abschnitte
  1. Was Bambu Lab wirklich gesagt hat
  2. Was ein H2D heute schon kann
  3. Warum die Wellenlänge alles entscheidet
  4. Ist das ein Angriff auf xTool?
  5. Was ich erwarte — und ausdrücklich nicht weiß
  6. Die Termine im Überblick
  7. Was du jetzt tun solltest
  8. Mein Fazit
  9. Häufige Fragen

Servus Leute,

seit dem 14. August 2026 steht auf Bambu Labs Seite ein Bild: ein Holzbrett, ein dünner Lichtstrahl, ein Schnitt. Darunter ein Satz und ein Anmeldefeld.

Das ist der Bambu Lab R1 — der erste eigenständige Laser der Firma, die den 3D-Druck in drei Jahren umgekrempelt hat. Und weil im Netz seit einer Woche Wattzahlen kursieren, die niemand belegen kann, hier der Stand der Dinge: was bestätigt ist, was ein H2D heute schon kann und ob das für xTool wirklich gefährlich wird.

Was Bambu Lab wirklich gesagt hat

Wörtlich steht auf der Produktseite genau das:

Bambu Lab R1 — A new Ray of making. Coming September.

Dazu ein Feld, um sich benachrichtigen zu lassen. Das ist alles. Kein Lasertyp, keine Leistung, keine Arbeitsfläche, keine Schnittdicke, kein Preis, kein Liefertermin.

Bestätigt sind damit drei Dinge: der Name, die Gattung — Bambu nennt es „Laser Engraver & Cutter" — und der Monat. Die Spezifikationen sollen Ende August folgen, Vorbestellungen im September.

Alles andere, was du gerade an Zahlen liest, ist geraten. Jede Wattangabe, die vor Bambus eigener Veröffentlichung kursiert, ist unbelegt — auch die, die sehr überzeugt vorgetragen wird.

Was ein H2D heute schon kann

Der R1 kommt nicht aus dem Nichts. Bambu baut seit 2025 Laser — nur eben eingebaut in einen 3D-Drucker.

Bambu Lab H2D mit aufgesetztem AMS 2 Pro, die Sichtfenster leuchten grün, weil das Lasermodul aktiv ist

Der H2D ist im Kern ein Doppeldüsen-3D-Drucker mit 350 × 320 × 325 mm Bauraum. Optional kommt ein Lasermodul dazu, und dann kann das Gerät vier Dinge auf einem Tisch:

  • Lasergravieren und -schneiden — wahlweise 10 Watt oder 40 Watt, beide als blauer Halbleiterlaser mit 455 nm ± 5 nm
  • Schneiden mit Messer — Vinyl, Papier, Kunstleder
  • Zeichnen mit Stift
  • und eben drucken

Die Zahlen dazu, aus Bambus eigenen Angaben:

  • Gravurfläche: 310 × 270 mm mit dem 10-Watt-Modul, 310 × 250 mm mit dem 40-Watt-Modul
  • Schneiden: bis 5 mm Pappelsperrholz mit 10 Watt, bis 15 mm mit 40 Watt
  • Gravurgeschwindigkeit: bis 400 mm/s (10 W) beziehungsweise 1.000 mm/s (40 W)
  • Ausrichtung: eine Kamera von oben legt die Bahn aufs Material, laut Hersteller auf 0,3 mm genau

Interessanter als die Leistung ist, wie Bambu das Thema Sicherheit gelöst hat:

Bambu Lab H2D mit abgenommenen grünen Laserschutzscheiben, die frei neben dem Gerät schweben

Laser-sichere Scheiben, durch die man zuschauen kann, ohne eine Schutzbrille zu tragen. Dazu fünf Flammensensoren, eine KI-gestützte Brandwarnung, ein Not-Aus-Knopf und eine eingebaute Absaugung. Das ist der Teil, den ein Hobbylaser sonst dem Käufer überlässt — und der Teil, an dem sich zeigt, dass Bambu das Thema ernst nimmt.

Warum die Wellenlänge alles entscheidet

Das ist der wichtigste Absatz, wenn du überlegst, dir überhaupt einen Laser hinzustellen.

Ein blauer Diodenlaser mit 455 nm — das, was Bambu bisher baut — arbeitet gut mit Holz, Leder, Gummi, dunklem Acryl, Stein und beschichtetem Metall. Er kommt aber prinzipbedingt nicht durch klares Acryl und nicht durch Glas: Beide lassen blaues Licht einfach durch. Dafür braucht es einen CO₂-Laser mit 10,6 µm. Und wer Metall richtig gravieren will, braucht einen Faserlaser.

Das lässt sich nicht mit Watt lösen. Ein 40-Watt-Diodenlaser schneidet dickeres Holz als ein 10-Watt-Modell — klares Acryl schneidet er trotzdem nicht.

Ob der R1 ein Diodenlaser wird, hat Bambu nicht gesagt. Es wäre der naheliegende Weg, weil die Firma diese Technik beherrscht. Es ist aber nicht bestätigt, und genau daran hängt die nächste Frage.

Ist das ein Angriff auf xTool?

Kurz: auf einen Teil von xTool, ja. Auf die ganze Firma, nein — jedenfalls nicht sofort.

xTool verkauft heute drei verschiedene Klassen:

KlasseBeispieleWomit sie punkten
DiodenlaserS1 in 10/20/40 W, geschlossenPreis, Größe, Einstieg
CO₂-LaserP2S, P3klares Acryl, Glas, große Flächen
Faser- und MOPA-LaserF2 UltraMetall, Farbmarkierung, Tempo

Ein R1 mit Diodenlaser träfe genau eine dieser drei Reihen. Nur ist das ausgerechnet die, in der die meisten Geräte verkauft werden — der Einstieg.

Was für Bambu spricht: Sie greifen nicht mit Watt an, sondern mit Bedienung. Genau damit haben sie den 3D-Druck gedreht. Dazu kommt ein Ökosystem, das schon steht: eine Software, die Hunderttausende täglich benutzen, mit MakerWorld eine Plattform voller fertiger Dateien, ein Händlernetz in Europa und die Sicherheitsmechanik, die im H2D bereits funktioniert. Wer schon einen Bambu-Drucker hat, muss für einen Bambu-Laser nichts Neues lernen.

Was dagegen spricht: Ein Laser ist kein Drucker. Er braucht Abluft nach draußen, er macht Rauch und Geruch, er verlangt Materialkunde — was darf man schneiden, was setzt Chlorgas frei —, und er kann brennen. Das lässt sich abfedern, aber nicht wegabstrahieren. Und im CO₂- und Faserbereich hat Bambu bisher gar nichts. Wer klares Acryl schneidet oder Metall markiert, wird von einer Ankündigung im September nicht erreicht.

Meine Einschätzung: xTool verliert Kunden im Einstieg, wenn der R1 kommt und wenn er das tut, was Bambu sonst tut — auspacken, Datei drauf, läuft. Im professionellen Teil bleibt xTool vorerst unter sich.

Was ich erwarte — und ausdrücklich nicht weiß

Das Folgende ist Spekulation, sauber getrennt von allem darüber:

  • ein geschlossenes Gerät mit Klasse-1-Sicherheit, weil Bambu das im H2D vorgemacht hat
  • eine Arbeitsfläche deutlich über 310 × 270 mm — sonst gäbe es keinen Grund, ein eigenes Gerät zu bauen statt Module für den H2D zu verkaufen
  • Kameraausrichtung, weil die Technik im Haus ist
  • eine Absaugung, die dazugehört und nicht separat bestellt werden muss

Nichts davon steht irgendwo. Wenn du das in vier Wochen als „war ja klar" liest — von mir kam es als Vermutung.

Die Termine im Überblick

WannWas
14. August 2026Teaser auf bambulab.com, Name und Gattung bestätigt
Ende August 2026Spezifikationen angekündigt
September 2026Vorbestellung soll starten
offenPreis, Auslieferung, Verfügbarkeit in Europa

Stand: 19. August 2026. Alle Angaben zum H2D sind Herstellerangaben.

Was du jetzt tun solltest

  • Du brauchst jetzt einen Laser? Dann kauf jetzt. September heißt Vorbestellung, nicht Auslieferung — zwischen beidem lagen bei Bambu schon Monate.
  • Du hast schon einen H2D? Das Lasermodul nachzurüsten ist der deutlich günstigere Weg als ein zweites Gerät, solange dir die Gravurfläche reicht.
  • Du kannst warten? Trag dich für die Benachrichtigung ein und schau dir Ende August die Zahlen an. Erst dann lohnt der Vergleich mit xTool — vorher vergleichst du mit einer Vermutung.
  • Du arbeitest mit klarem Acryl oder Metall? Dann ist der R1 sehr wahrscheinlich nicht dein Gerät, egal was in vier Wochen dransteht.

Mein Fazit

Bambu Lab hat ein Bild veröffentlicht und drei Worte. Dass daraus eine Woche Diskussion geworden ist, sagt mehr über den Ruf der Firma als über das Gerät.

Spannend finde ich es trotzdem — nicht weil ein weiterer Diodenlaser die Welt braucht, sondern weil Bambu bisher jedes Mal an derselben Stelle angesetzt hat: bei dem Ärger, den man vorher für normal gehalten hat. Beim Laser gibt es davon reichlich.

Ende August wissen wir, ob sie auch diesmal recht behalten.

Produktfotos und Teaserbild: Bambu Lab (für redaktionelle Verwendung freigegeben).

Häufige Fragen

Was ist der Bambu Lab R1?

Der erste eigenständige Lasergravierer und -schneider von Bambu Lab, angekündigt am 14. August 2026. Bisher sind nur Name, Gattung und der Zeitraum „September" bestätigt.

Wann kommt der Bambu Lab R1 und was kostet er?

Bambu nennt September 2026 für den Start der Vorbestellung, die Spezifikationen sollen Ende August erscheinen. Ein Preis und ein Liefertermin sind nicht veröffentlicht.

Welche Leistung hat der R1?

Unbekannt. Bambu hat weder Lasertyp noch Wattzahl genannt. Alle kursierenden Angaben sind unbelegt.

Was kann der H2D mit Laser heute schon?

Er graviert und schneidet mit 10 oder 40 Watt bei 455 nm auf 310 × 270 beziehungsweise 310 × 250 mm, schneidet bis 5 mm oder 15 mm Pappelsperrholz und beherrscht zusätzlich Messerschnitt und Stiftzeichnung. Dazu kommen laser-sichere Scheiben, fünf Flammensensoren und eine Absaugung.

Kann ein Diodenlaser klares Acryl schneiden?

Nein. Blaues Licht bei 455 nm geht durch klares Acryl und Glas hindurch, statt sie zu bearbeiten. Dafür braucht es einen CO₂-Laser. Mehr Watt ändern daran nichts.

Ist der R1 eine Gefahr für xTool?

Für xTools Diodenlaser im Einstieg: sehr wahrscheinlich. Für die CO₂- und Faserlaser darüber: nein, dort hat Bambu bisher kein Gerät. Entschieden wird das über Bedienung und Software, nicht über Leistung.

Lohnt es sich, mit dem Laserkauf auf den R1 zu warten?

Nur, wenn du Zeit hast. Vorbestellung im September bedeutet nicht Auslieferung im September, und bis die Zahlen da sind, vergleichst du mit einer Vermutung.

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