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Weißer UniFi Gate Hub von vorne mit beschrifteter Klemmleiste an der rechten Gehäuseseite

UniFi Gate Hub: das Hoftor kommt ins System

Smart Home Zutritt & Türsprechanlage UniFi 7 Min. Lesezeit

Inhalt — 8 Abschnitte
  1. Was der Gate Hub überhaupt ist
  2. Der eigentliche Hebel: fünf Netzwerkports mit PoE
  3. Ein paar Monate Alltag — was sich geändert hat
  4. Bevor du anschließt: ein Wort zur Sicherheit am Tor
  5. Technische Daten
  6. Für wen sich das lohnt
  7. Mein Fazit
  8. Häufige Fragen

Servus Leute,

ein Hoftor ist der Ort, an dem ordentliche Technik am schnellsten unordentlich wird. Da hängt ein Antrieb von 2009, daneben ein Codeschloss mit abgegriffenen Tasten, irgendwo ein Schlüsselschalter, und wer eine Fernbedienung verliert, bekommt eine neue — die alte funktioniert weiter.

Der UniFi Gate Hub ist Ubiquitis Antwort darauf, und die gefällt mir aus einem sehr praktischen Grund: Er ersetzt den Torantrieb nicht. Er setzt sich davor, schaltet ihn über zwei Relais und bringt die ganze Verwaltung — wer darf, wann, mit welchem Medium — in dieselbe Oberfläche, in der schon Netzwerk und Kameras liegen.

Hier steht, wie das Gerät im Schaltschrank sitzt, warum die vier PoE-Ausgänge der eigentliche Gewinn sind und welche Verantwortung dir das Gerät ausdrücklich nicht abnimmt.

Was der Gate Hub überhaupt ist

Ein flacher, weißer Kasten von 175 × 126 × 26 Millimetern, 460 Gramm schwer, mit einer beschrifteten Klemmleiste an der Seite und einer Hutschienenhalterung im Lieferumfang. Er gehört in den Schaltschrank neben den Torantrieb, nicht an die Wand neben das Tor.

UniFi Gate Hub mit Lieferumfang: Gerät, Hutschienenadapter und Schrauben

Zuständig ist er für ein Tor und eine Nebentür und verwaltet bis zu 6.000 Nutzer. Auf der Steuerseite hat er:

  • zwei potentialfreie Relais für den Torantrieb (30 V DC, 1 A) und ein Aux-Relais
  • einen spannungsführenden Ausgang für das Schloss der Nebentür (12 V DC, 1 A)
  • digitale Eingänge für Öffnungsanforderung, Torposition, Nebentürposition — und einen eigenen für Notfall

Der Notfall-Eingang ist die Zeile, über die man beim Lesen hinweggeht und die im Ernstfall zählt: Damit fährt das Tor auf, wenn die Brandmeldeanlage auslöst.

Der eigentliche Hebel: fünf Netzwerkports mit PoE

Fünf Gigabit-Netzwerkbuchsen an der Unterseite des UniFi Gate Hub

Das ist der Teil, der die Installation umkrempelt, und er steht im Datenblatt ganz unten.

Der Gate Hub hat fünf Gigabit-Ports. Einer davon nimmt PoE++ entgegen und versorgt das Gerät. Die anderen vier geben PoE+ ab.

Praktisch heißt das: Ein Netzwerkkabel geht zum Tor hinaus, alles andere hängt am Hub. Der Zutrittsleser an der Einfahrt, die Sprechstelle, eine Kamera, ein zweiter Leser für die Ausfahrt — alle vier bekommen Strom und Netz vom selben Kasten. Kein Netzteil im Außenbereich, keine Steckdose im Pfosten, keine Verteilung, die irgendwann feucht wird.

Wer schon einmal an einem Hoftor Strom hat legen lassen, weiß, was diese vier Ports wert sind. Der Graben zur Einfahrt wird einmal aufgemacht, ein Netzwerkkabel kommt hinein, fertig.

Die Rechnung dahinter: maximal 22 Watt zieht der Hub allein, 60 Watt mit allen PoE-Ausgängen. Am Switch muss also PoE++ anliegen, sonst gibt der Hub nach unten nichts weiter.

Ein paar Monate Alltag — was sich geändert hat

Der spürbare Unterschied ist nicht das Öffnen. Das ging vorher auch.

Der Unterschied ist, dass Berechtigungen wieder eine Liste sind. Wer geht, verliert den Zugang mit einem Klick — nicht erst, wenn alle Fernbedienungen eingesammelt und der Code neu vergeben ist. Handwerker bekommen Zutritt für einen Tag, Zeitfenster inklusive. Und im Protokoll steht, wer wann durchgefahren ist.

Rückseite des UniFi Gate Hub mit Befestigungspunkten für die Hutschiene

Der zweite Punkt ist die Nebentür. An fast jedem Hoftor gibt es eine Gehtür, und die wurde bisher fast immer getrennt behandelt — anderer Schließzylinder, anderer Schlüssel, andere Logik. Der Gate Hub nimmt sie mit auf: eigener Schlossausgang, eigener Positionseingang, eigene Berechtigungen. Ein System statt zwei.

Bevor du anschließt: ein Wort zur Sicherheit am Tor

Das ist der wichtigste Absatz in diesem Artikel, und er hat mit UniFi nur mittelbar zu tun.

Der Gate Hub steuert einen Torantrieb. Er sichert ihn nicht. Er gibt einen Kontakt, der Antrieb fährt. Ob dabei jemand eingeklemmt wird, entscheidet ausschließlich die Sicherheitstechnik am Tor — Lichtschranken, Sicherheitsleisten, die Kraftbegrenzung des Antriebs.

Kraftbetätigte Tore sind in Deutschland kein Bastelthema:

  • Für Tore gilt die Produktnorm EN 13241, für die Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore EN 12453. Dazu gehören begrenzte Schließkräfte und, je nach Ausführung, Lichtschranken und Sicherheitskanten.
  • Ein gewerblich genutztes Tor ist ein Arbeitsmittel und muss regelmäßig durch eine befähigte Person geprüft werden. Üblich ist ein Jahresrhythmus, dokumentiert.
  • Wer ein Tor von Handbedienung auf Automatik umbaut oder die Ansteuerung ändert, sollte die Kraftmessung danach wiederholen lassen. Eine neue Steuerung kann das Fahrverhalten verändern.

Konkret: Wenn du bisher nur per Fernbedienung in Sichtweite geöffnet hast und künftig per App vom Sofa aus, hat sich die Gefährdungslage geändert — auch wenn am Tor selbst kein Schrauber war. Genau dafür sind die Positionseingänge da: Das System weiß dann, ob das Tor offen oder zu ist, statt zu raten.

Und der Datenschutz gehört dazu: Ein Zutrittsprotokoll ist eine Liste, wer wann da war. Im Betrieb ist das mitbestimmungspflichtig — Betriebsrat einbeziehen, Löschfrist festlegen, Zweck aufschreiben. Zutrittsdaten zur Arbeitszeiterfassung zu verwenden, ist ohne Vereinbarung nicht zulässig.

Technische Daten

AngabeWert
ModellUniFi Access Gate Hub (UA-Hub-Gate)
Zuständigkeit1 Tor und 1 Nebentür, bis 6.000 Nutzer
Netzwerk5 × Gigabit-Ethernet
PoE1 × PoE++ Eingang, 4 × PoE+ Ausgänge
Leistungsaufnahmemax. 22 W ohne PoE-Ausgänge, max. 60 W mit
Relais Torantrieb2 × potentialfrei, 30 V DC / 1 A
Zusatzrelais1 × Aux, potentialfrei, 30 V DC / 1 A
SchlossausgangNebentür, spannungsführend, 12 V DC / 1 A
Digitale EingängeToröffnung, Torposition, Nebentür-Öffnung, Nebentürposition, Notfall
MontageHutschiene (im Lieferumfang)
GehäusePolycarbonat, nur für Innenräume bzw. wetterfestes Gehäuse
Maße175 × 126 × 26 mm
Gewicht460 g
Betriebstemperatur−30 bis 60 °C
ZertifizierungenCE, FCC, IC, UL 294, CAN/ULC-60839-11-1 Grade I, NDAA-konform

Herstellerangaben, Stand: August 2026.

Für wen sich das lohnt

  • Ja, wenn du ein Hoftor mit Nebentür hast und die Berechtigungen bisher aus Fernbedienungen und einem Zahlencode bestehen.
  • Ja, wenn am Tor mehrere Geräte hängen sollen. Die vier PoE-Ausgänge sind der eigentliche Grund für dieses Gerät.
  • Ja, wenn du ohnehin UniFi einsetzt — Netzwerk, Kameras und Zutritt landen an einer Oberfläche.
  • Eher nicht, wenn du nur eine einzelne Haustür absichern willst. Dafür gibt es die kleineren Door Hubs, und die sind deutlich günstiger.
  • Eher nicht, wenn dein Torantrieb keine externe Ansteuerung über potentialfreie Kontakte zulässt. Das ist die erste Frage, die vor dem Kauf zu klären ist.
  • Genau hinschauen, wenn dein Switch kein PoE++ liefert. Ohne PoE++ am Eingang gibt der Hub nach unten nichts ab.
  • Genau hinschauen, wenn am Tor keine Sicherheitstechnik verbaut ist. Dann gehört das zuerst gemacht — nicht die Steuerung.

Mein Fazit

Der Gate Hub ist ein sehr nüchternes Gerät, und das ist genau richtig. Er erfindet den Torantrieb nicht neu, er hängt sich davor und bringt Ordnung in das, was drumherum gewachsen ist.

Der Grund, aus dem ich ihn einsetze, sind die vier PoE-Ausgänge. Ein Kabel zum Tor, alles andere hängt daran — das spart bei jeder Installation mehr Zeit und Geld als jede andere Eigenschaft im Datenblatt.

Was er dir nicht abnimmt, steht oben: Die Sicherheit am Tor bleibt deine Baustelle. Wer das liest und abhakt, bekommt ein Stück Infrastruktur, an das man nach der Einrichtung nicht mehr denkt. Und genau so soll ein Hoftor sein.

Produktabbildungen: Ubiquiti Inc.

Häufige Fragen

Ersetzt der Gate Hub meinen Torantrieb?

Nein. Er schaltet den vorhandenen Antrieb über zwei potentialfreie Relais. Voraussetzung ist, dass dein Antrieb eine externe Ansteuerung über Kontakte zulässt — das solltest du vor dem Kauf klären.

Wie viele Geräte kann ich am Gate Hub anschließen?

Vier über die PoE+-Ausgänge, etwa Zutrittsleser, Sprechstelle und Kamera. Der fünfte Port ist der PoE++-Eingang, über den der Hub selbst versorgt wird.

Brauche ich am Tor eine Steckdose?

Nein, das ist der eigentliche Vorteil. Ein Netzwerkkabel zum Tor genügt; Leser, Sprechstelle und Kamera bekommen Strom über die PoE-Ausgänge des Hubs.

Wohin gehört der Gate Hub montiert?

In den Schaltschrank auf die Hutschiene, die liegt bei. Er ist ein Innengerät. Draußen braucht er ein wetterfestes Gehäuse.

Kann ich damit auch die Gehtür neben dem Tor steuern?

Ja, dafür ist er gebaut. Es gibt einen eigenen spannungsführenden Schlossausgang mit 12 V und 1 A sowie einen eigenen Eingang für die Türposition.

Was ist der Notfall-Eingang?

Ein digitaler Eingang, über den das Tor im Ernstfall auffährt — etwa gekoppelt an die Brandmeldeanlage. Wie er beschaltet wird, gehört in die Planung der Anlage, nicht ins Nachrüsten.

Muss ich am Tor etwas prüfen lassen, wenn ich die Steuerung tausche?

Bei gewerblich genutzten Toren ja. Kraftbetätigte Tore sind Arbeitsmittel und werden regelmäßig durch eine befähigte Person geprüft; nach einer Änderung an der Ansteuerung gehört die Kraftmessung wiederholt. Die Steuerung ersetzt keine Lichtschranke und keine Sicherheitsleiste.

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