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GeForce RTX 5090 Founders Edition schräg von oben vor grünem Hintergrund

NVIDIA RTX 5090: anderthalb Jahre mit 575 Watt

Hardware 6 Min. Lesezeit

Inhalt — 8 Abschnitte
  1. Was aus der 5000er-Serie geworden ist
  2. Anderthalb Jahre 5090 beim Spielen
  3. Der Punkt, den ich unterschätzt habe: 575 Watt
  4. Streaming nebenbei
  5. Technische Daten
  6. Für wen sich das lohnt
  7. Mein Fazit nach anderthalb Jahren
  8. Häufige Fragen

Servus Leute,

diesen Beitrag habe ich im Mai 2024 zum ersten Mal geschrieben — damals über eine Grafikkartengeneration, die es noch gar nicht gab. Entsprechend stand darin viel Vermutung und wenig Substanz. Inzwischen steckt seit Anfang 2025 eine GeForce RTX 5090 von Gigabyte in meinem Rechner, die Gaming OC mit dem Dreilüfter-Kühler, und ich kann den Text durch das ersetzen, was tatsächlich passiert ist.

Die kurze Fassung: Die Karte selbst war nie das Problem. Der Strom war es.

Was aus der 5000er-Serie geworden ist

Die Serie kam Anfang 2025 auf Basis der Blackwell-Architektur. Der größte Sprung liegt nicht in der reinen Rechenleistung, sondern in DLSS 4 mit Multiframe-Generation: Die Karte berechnet nicht mehr jedes Bild vollständig, sondern erzeugt Zwischenbilder. Was auf dem Zähler steht und was tatsächlich gerechnet wurde, ist damit nicht mehr dasselbe.

Lüfter der GeForce RTX 5090 Founders Edition in Nahaufnahme

Man kann das kritisch sehen, und viele tun das. Im Alltag ist es mir ehrlich gesagt egal, wie ein flüssiges Bild zustande kommt — solange es flüssig ist und die Eingabe nicht nachhängt.

Anderthalb Jahre 5090 beim Spielen

In 4K ist die Karte das, was man sich erhofft: Regler nach rechts, Raytracing an, und es läuft. Genau dafür ist sie gebaut.

Der ehrliche Teil kommt jetzt. In 1440p merkt man von den 32 GB Speicher und den 21.760 Recheneinheiten häufig gar nichts, weil dann der Prozessor die Bremse ist und nicht die Grafikkarte. Wer in dieser Auflösung spielt, gibt für die 5090 sehr viel Geld aus und bekommt gegenüber einer 5080 wenig davon zurück.

Der Punkt, den ich unterschätzt habe: 575 Watt

Das ist der Absatz, den ich mir vor dem Kauf gewünscht hätte.

Die 5090 hat eine Gesamtgrafikleistung von 575 Watt, und NVIDIA empfiehlt ein Netzteil mit 1000 Watt. Das ist keine vorsichtige Empfehlung für Randfälle, sondern der Normalfall: Die Karte zieht in Lastspitzen kurzzeitig deutlich mehr als ihren Dauerwert, und ein knapp bemessenes Netzteil schaltet dabei ab. Der Rechner geht dann mitten im Spiel aus — ohne Fehlermeldung, ohne Bluescreen, einfach weg.

Drei Dinge, die ich jedem mitgeben würde:

  • Netzteil zuerst rechnen, dann die Karte kaufen. Nicht andersherum. Ein Netzteil nach ATX 3.1 ist auf genau diese Lastspitzen ausgelegt.
  • Den Stromstecker vollständig einrasten lassen. Die Karte wird über einen 12V-2x6-Anschluss versorgt, wahlweise über ein Gen-5-Kabel direkt vom Netzteil oder über einen Adapter auf vier 8-polige Stecker. Er muss hörbar einrasten, und das Kabel darf direkt hinter dem Stecker nicht scharf gebogen werden. Ein nur halb sitzender Kontakt überträgt die volle Last über zu wenig Fläche — und genau das geht schief.
  • An die Wärme denken. 575 Watt gehen nicht ins Nichts, sie landen als Wärme im Gehäuse. Wer vorher eine sparsamere Karte hatte, merkt das an allem anderen im Rechner mit.

Wenn du also überlegst, ob dein vorhandenes Netzteil reicht: Es reicht wahrscheinlich nicht. Das gilt auch dann, wenn die Wattzahl auf dem Papier passt, das Gerät aber Jahre auf dem Buckel hat.

Streaming nebenbei

Ich streame mit derselben Karte, auf der das Spiel läuft, und das ist der Bereich, in dem sie sich am unauffälligsten schlägt. Der eingebaute Videoencoder übernimmt das Kodieren, und die Bildrate im Spiel bricht dabei nicht spürbar ein.

Das ist übrigens ein besseres Argument für eine große Karte als jede Bildratenzahl: Wenn nebenher noch encodiert, aufgezeichnet und ein zweiter Bildschirm bedient wird, ist Reserve tatsächlich etwas wert.

Technische Daten

MerkmalWert
ArchitekturBlackwell
Recheneinheiten21.760 CUDA-Kerne
Grundtakt2,01 GHz
Boost-Takt2,41 GHz
Speicher32 GB GDDR7
Speicheranbindung512 Bit
Gesamtgrafikleistung575 W
Empfohlenes Netzteil1000 W
Stromanschluss1× Gen-5-Kabel oder 4× 8-polig über Adapter
AnbindungPCI Express 5.0
Anschlüsse3× DisplayPort, 1× HDMI
TechnikDLSS 4 mit Multiframe-Generation, Reflex 2

Herstellerangaben von NVIDIA, Stand: August 2026.

Für wen sich das lohnt

  • Ja, wenn du in 4K spielst und die Regler nicht anfassen willst. Dafür ist sie da.
  • Ja, wenn viel gleichzeitig läuft — Spiel, Encoder, Aufnahme. Reserve zahlt sich hier wirklich aus.
  • Ja, wenn du mit großen Modellen arbeitest, die viel Grafikspeicher brauchen. 32 GB sind das eigentliche Alleinstellungsmerkmal dieser Karte.
  • Eher nicht, wenn du in 1440p oder Full HD spielst. Da limitiert meist der Prozessor, und eine 5070 oder 5080 bringt dich genauso ans Ziel.
  • Genau hinschauen beim Netzteil und beim Gehäuse. Wer beides mit einrechnet, landet deutlich über dem Preis der Karte allein.

Das hier ist die Karte, die bei mir läuft:

Mein Fazit nach anderthalb Jahren

Die 5090 macht beim Spielen genau das, was auf der Packung steht. Nur ist sie eben keine Grafikkarte, die man einfach einsteckt — sie ist eine Entscheidung über den ganzen Rechner. Netzteil, Gehäuse, Kühlung, Kabel: Das hängt alles mit dran, und daran hatte ich vorher zu wenig gedacht.

Wer in 4K spielt und den Rest sauber plant, bekommt eine Karte, die auf Jahre nicht der Flaschenhals sein wird. Alle anderen kaufen mit einer 5070 oder 5080 vernünftiger — und ich schreibe das als jemand, der die große genommen hat.

Produktabbildungen: NVIDIA.

Häufige Fragen

Welches Netzteil braucht die RTX 5090?

NVIDIA empfiehlt 1000 Watt. Die Karte selbst hat eine Gesamtgrafikleistung von 575 Watt und zieht in Lastspitzen kurzzeitig mehr. Ein Netzteil nach ATX 3.1 ist auf genau diese Spitzen ausgelegt.

Reicht mein vorhandenes Netzteil für die RTX 5090?

Wahrscheinlich nicht. Entscheidend ist nicht nur die Wattzahl, sondern auch, ob das Gerät die kurzen Lastspitzen abkann und einen 12V-2x6-Anschluss mitbringt. Bei älteren Netzteilen würde ich nicht darauf setzen.

Warum schaltet sich der Rechner beim Spielen einfach aus?

Das ist das typische Bild eines zu knappen Netzteils: In einer Lastspitze löst die Schutzschaltung aus und der Rechner geht aus, ohne Fehlermeldung. Mit einem passenden Netzteil verschwindet das Problem.

Worauf muss ich beim Stromstecker achten?

Er muss vollständig und hörbar einrasten, und das Kabel darf direkt dahinter nicht scharf gebogen werden. Ein nur teilweise sitzender Stecker überträgt die volle Last über zu wenig Kontaktfläche.

Lohnt sich die RTX 5090 für 1440p?

Meist nicht. In dieser Auflösung ist häufig der Prozessor der begrenzende Faktor, die Karte langweilt sich. Eine 5070 oder 5080 liefert dort ein sehr ähnliches Ergebnis für deutlich weniger Geld.

Was bringt DLSS 4 gegenüber der Vorgängerversion?

Die Multiframe-Generation erzeugt zusätzliche Zwischenbilder, statt jedes Bild vollständig zu berechnen. Das hebt die angezeigte Bildrate deutlich — gerechnet wird dabei weniger, als die Zahl vermuten lässt.

Wie viel Grafikspeicher hat die RTX 5090?

32 GB GDDR7 mit 512 Bit Anbindung. Für Spiele ist das reichlich; interessant wird es bei Anwendungen, die große Modelle im Speicher halten müssen.

Bricht die Bildrate ein, wenn ich nebenher streame?

Bei mir nicht spürbar. Das Kodieren übernimmt der eingebaute Videoencoder, nicht der Teil der Karte, der das Spiel berechnet.

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