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Schwarzes Elgato Stream Deck + von schräg oben mit acht farbigen LCD-Tasten, vier Drehreglern und Touchleiste

Elgato Stream Deck +: die vier Drehregler sind der Grund

Streaming & Video Steuerung & Zubehör 6 Min. Lesezeit

Inhalt — 9 Abschnitte
  1. Was das Stream Deck + überhaupt ist
  2. Warum die Regler und nicht die Tasten
  3. Warum es am Gaming-PC steht und nicht am Streaming-PC
  4. Der eigentliche Hebel: Mehrfachaktionen
  5. Was mich stört
  6. Technische Daten
  7. Für wen sich das lohnt
  8. Mein Fazit
  9. Häufige Fragen

Servus Leute,

ich habe lange gedacht, so ein Bedienpult sei Spielerei für Leute, die gern Knöpfe drücken. Dann stand eines auf dem Schreibtisch, und nach zwei Wochen wollte ich es nicht mehr hergeben — aber aus einem anderen Grund, als ich erwartet hatte.

Nicht wegen der acht LCD-Tasten. Die sind nett. Sondern wegen der vier Drehregler darunter. Die sind der eigentliche Unterschied zwischen dem Stream Deck + und allem, was Elgato sonst baut.

Bei mir steht es am Gaming-Rechner, nicht am Streaming-Rechner — und warum das genau andersherum ist, als die meisten es machen, steht weiter unten.

Was das Stream Deck + überhaupt ist

Ein Bedienpult von 140 × 138 × 110 Millimetern, 465 Gramm schwer, mit eingebautem Ständer. Es hängt an einem USB-C-Kabel und wird über die Stream-Deck-Software eingerichtet.

Elgato Stream Deck + auf einem Schreibtisch, eine Hand bedient einen der vier Drehregler

Drei Bedienebenen, von oben nach unten:

  • 8 LCD-Tasten. Jede zeigt ein eigenes Bild und löst aus, was du ihr zuweist.
  • Eine Touchleiste, 108 × 14 Millimeter, für Wischgesten und Anzeigen.
  • 4 Drehregler, um 360° drehbar und zusätzlich als Taste drückbar.

Der Rest ist Software: Profile, Ordner, Mehrfachaktionen und laut Elgato über 200 fertige Plugins im Marketplace. Vorausgesetzt werden Windows 11 oder macOS 13, jeweils aufwärts.

Im EU-Store steht es bei 199,99 Euro (Stand: August 2026).

Warum die Regler und nicht die Tasten

Das ist der Kern des Geräts, und es dauert einen Moment, bis man den Unterschied begreift.

Eine Taste kennt zwei Zustände. An oder aus, hin oder her, Szene A oder Szene B. Das ist für vieles genau richtig — Mikrofon stumm, Szene wechseln, Programm starten.

Ein Regler kennt einen Wert. Und Werte sind im Alltag das, was ständig nachjustiert wird. Bei mir hängen an den vier Reglern:

  1. Spiel-Lautstärke
  2. Discord-Lautstärke
  3. Musik
  4. Mikrofonpegel

Vorher hieß das: Alt-Tab, Lautstärkemischer suchen, Regler mit der Maus greifen, zurück ins Spiel — und in der Zwischenzeit ist man tot. Jetzt greife ich blind nach links unten und drehe. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist der Grund, warum das Gerät nicht in der Schublade gelandet ist.

Dazu kommt: Die Regler sind auch Tasten. Draufdrücken schaltet stumm. Ein Griff, zwei Funktionen.

Warum es am Gaming-PC steht und nicht am Streaming-PC

Elgato Stream Deck + in einem Gaming-Setup mit beleuchteter Tastatur und Monitor

Die übliche Aufteilung ist umgekehrt: großes Stream Deck an den Rechner, der streamt, kleines an den Spielrechner. Bei mir ist es andersherum, und das hat einen einfachen Grund.

Am Streamingrechner brauche ich Schalter, am Spielrechner Regler.

Was am Streamingrechner passiert, sind Zustände: Szene wechseln, Quelle einblenden, Aufnahme starten, Overlay an. Davon gibt es viele — deshalb steht dort das Stream Deck XL mit 32 Tasten.

Was am Spielrechner passiert, sind Werte: Wie laut ist das Spiel gegenüber Discord? Wie laut bin ich selbst? Dafür braucht es keine 32 Tasten, sondern vier Regler, die man im Dunkeln findet.

Wer nur einen Rechner hat, muss sich entscheiden. Meine Faustregel: Wenn du beim Arbeiten oder Spielen ständig Lautstärken nachziehst, nimm das Plus. Wenn du viele Programme und Szenen umschaltest, nimm das XL.

Der eigentliche Hebel: Mehrfachaktionen

Elgato Stream Deck + mit auswechselbaren Tastenkappen und Zubehör

Die Funktion, die im Datenblatt nach nichts aussieht und im Alltag am meisten spart, heißt Mehrfachaktion: eine Taste, die mehrere Dinge nacheinander tut.

Meine meistgenutzte hat den Namen „Aufnahme" und macht auf einen Druck:

  1. Discord stumm
  2. Musik aus
  3. Benachrichtigungen aus
  4. Aufnahme starten
  5. Licht an

Fünf Handgriffe, die ich vorher jedes Mal in Gedanken abhaken musste — und bei denen ich genau den vergessen habe, der hinterher auffällt. Der Wert des Geräts liegt nicht darin, dass es schneller geht. Er liegt darin, dass nichts mehr vergessen wird.

Was mich stört

Zwei Dinge, ehrlich gesagt.

Die acht Tasten sind schnell voll. Ordner helfen, aber jeder Ordner kostet einen Druck und damit genau die Direktheit, für die man das Gerät gekauft hat. Ich bin bei etwa zwölf Funktionen angekommen, die ich wirklich ständig brauche — für acht Tasten ist das schon zu viel.

Die Touchleiste benutze ich kaum. Sie zeigt hübsch an, was die Regler gerade tun, aber die Wischgesten haben sich bei mir nicht eingeschliffen. Wer sie beim Kauf als Argument sieht, sollte die Erwartung senken.

Technische Daten

AngabeWert
ModellElgato Stream Deck +
Tasten8 LCD-Tasten, frei belegbar
Drehregler4 × 360°, zusätzlich als Taste drückbar
Touchleiste108 × 14 mm
AnschlussUSB-C, Kabel USB-C auf USB-C, 150 cm
SchnittstelleUSB 2.0
Ständerintegriert
Maße140 × 138 × 110 mm
Gewicht465 g
SystemvoraussetzungWindows 11 oder neuer, macOS 13 oder neuer
SoftwareStream Deck Software, über 200 Plugins im Marketplace
LieferumfangGerät, USB-Kabel, Kurzanleitung
Preis EU-Store199,99 € (Stand: August 2026)

Herstellerangaben, Stand: August 2026.

Für wen sich das lohnt

  • Ja, wenn du ständig Lautstärken nachziehst — Spiel, Chat, Musik, Mikrofon. Dafür ist das Gerät gebaut.
  • Ja, wenn du wiederkehrende Abläufe hast, bei denen regelmäßig ein Schritt vergessen wird.
  • Ja, wenn der Schreibtisch schmal ist. Das Plus ist deutlich kompakter als das XL.
  • Eher nicht, wenn du viele Schalter brauchst und keine Regler. Acht Tasten sind schnell voll — dann ist das XL die bessere Wahl.
  • Eher nicht, wenn du nur streamst und die Lautstärken ohnehin über ein Mischpult regelst.
  • Genau hinschauen, wenn du auf einem älteren Betriebssystem sitzt. Elgato verlangt Windows 11 beziehungsweise macOS 13 aufwärts.
  • Genau hinschauen, wenn du die Touchleiste als Kaufgrund siehst. Sie ist Beiwerk, nicht Hauptfunktion.

Mein Fazit

Das Stream Deck + ist kein Gerät, das etwas ermöglicht, was vorher unmöglich war. Alles, was es tut, ginge auch mit Maus und Tastatur.

Es nimmt nur jedes Mal drei Sekunden und einen Gedanken weg. Bei zwanzig Mal am Abend ist das kein Zeitgewinn, sondern ein anderer Zustand: Man denkt nicht mehr über die Bedienung nach. Ob dir das 200 Euro wert ist, hängt daran, wie oft du am Tag nach dem Lautstärkeregler suchst. Bei mir war die Antwort eindeutig.

Produktabbildungen: Elgato (Corsair Gaming, Inc.).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Stream Deck + und Stream Deck XL?

Das Plus hat acht Tasten und vier Drehregler, das XL hat 32 Tasten und keine Regler. Regler sind für Werte da — Lautstärken —, Tasten für Zustände. Wer viel umschaltet, nimmt das XL; wer viel nachregelt, das Plus.

Kann ich damit die Lautstärke einzelner Programme steuern?

Ja, das ist der häufigste Anwendungsfall. Über die Software lässt sich jeder Regler auf eine Anwendung legen — Spiel, Discord, Musik und Mikrofon getrennt.

Brauche ich einen zweiten Rechner dafür?

Nein. Das Gerät hängt per USB-C am Rechner und funktioniert auf einem einzelnen genauso. Zwei Rechner sind eine Setup-Frage, keine Voraussetzung.

Funktioniert es auch ohne OBS und Streaming?

Ja. Bei mir liegen viele Tasten auf ganz normalen Dingen: Programme starten, Fenster anordnen, Mikro stumm, Licht an. Streaming ist ein Anwendungsfall von vielen.

Wie viele Funktionen passen wirklich drauf?

Acht direkt erreichbare, danach über Ordner beliebig viele — mit dem Nachteil, dass jeder Ordner einen zusätzlichen Druck kostet. Über etwa zehn Dauerfunktionen wird es eng.

Welche Systemvoraussetzungen gelten?

Windows 11 oder neuer beziehungsweise macOS 13 oder neuer. Ältere Systeme werden von der aktuellen Software nicht mehr unterstützt.

Ist die Touchleiste nützlich?

Als Anzeige ja, als Bedienelement bei mir kaum. Sie zeigt, was die Regler gerade tun. Die Wischgesten habe ich mir nie angewöhnt — als Kaufgrund taugt sie nicht.

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