Elgato Stream Deck XL: 32 Tasten, und alle sind belegt
Servus Leute,
im Artikel zum Stream Deck + habe ich geschrieben, dass acht Tasten schnell voll sind. Das hier ist die Antwort darauf: 32 Tasten, alle direkt erreichbar, kein Ordner dazwischen.
Es steht bei mir am Streaming-Rechner und macht dort etwas anderes als sein kleiner Bruder am Spielrechner. Der Unterschied ist keine Frage der Größe, sondern der Aufgabe — und den klären wir gleich am Anfang.
Dazu die unangenehme Wahrheit, die kein Produkttext erwähnt: 32 Tasten sind erst dann ein Vorteil, wenn man sie wiederfindet.
Was das Stream Deck XL überhaupt ist
Ein Bedienpult mit 32 frei belegbaren LCD-Tasten, 182 × 112 × 34 Millimeter groß und 410 Gramm schwer, jeweils ohne den mitgelieferten magnetischen Ständer.

Angeschlossen wird es über USB 3.0 mit einem 150 Zentimeter langen USB-C-Kabel. Vorausgesetzt werden Windows 11 oder macOS 13, jeweils aufwärts. Im EU-Store steht es bei 249,99 Euro (Stand: August 2026).
Jede Taste zeigt ein eigenes Bild und löst aus, was die Software ihr zuweist: Programme, Tastenkombinationen, Szenenwechsel, Mehrfachaktionen, Plugins.
Tasten oder Regler — die eigentliche Kaufentscheidung
Das ist der Absatz, der die 250 Euro entscheidet, und er hat nichts mit der Anzahl zu tun.
Eine Taste bildet einen Zustand ab. Szene 1, Szene 2, Aufnahme läuft, Mikro stumm, Overlay sichtbar. Es gibt genau zwei oder wenige feste Möglichkeiten, und du springst dazwischen.
Ein Regler bildet einen Wert ab. Lautstärke, Pegel, Helligkeit — etwas, das nicht an oder aus ist, sondern irgendwo dazwischen.
Beim Streaming überwiegen Zustände deutlich. Deshalb steht das XL bei mir am Streamingrechner und das Plus am Spielrechner, wo Lautstärken ständig nachgezogen werden.
Wer nur einen Rechner hat, sollte sich ehrlich fragen, wovon es bei ihm mehr gibt. Wer zehn Szenen und Quellen umschaltet, nimmt das XL. Wer vier Lautstärken jongliert, das Plus. Und wer beides braucht: Die Geräte lassen sich kombinieren — das ist teuer, aber der Grund, warum es beide Bauformen gibt.
Der eigentliche Hebel: Profile pro Programm

Die Funktion, wegen der 32 Tasten reichen, obwohl ich viel mehr als 32 Dinge damit mache, heißt Profil.
Die Software erkennt, welches Programm gerade im Vordergrund ist, und schaltet die Belegung um. Bei mir sieht das so aus:
- OBS im Vordergrund → Szenen, Quellen, Aufnahme, Stummschaltung
- Schnittprogramm im Vordergrund → Schnittmarken, Export, Vorschau
- Browser im Vordergrund → Tabs, Lesezeichen, Werkzeuge
- Nichts davon → das Standardprofil mit Programmen und Systemfunktionen
Damit sind es faktisch weit über hundert Belegungen auf 32 Tasten — ohne dass man je durch Ordner navigieren muss. Das ist der Unterschied zwischen einem Gerät, das man benutzt, und einem, das man nach zwei Wochen ignoriert.
Was mich zwei Wochen gekostet hat
Der Fehler, den ich gemacht habe und der bei diesem Gerät fast jedem passiert:
Ich habe die Standard-Symbole gelassen. 32 bunte Kacheln, alle im gleichen Stil, alle irgendwie ähnlich. Im Halbdunkel während einer Aufnahme sind das 32 gleich aussehende Punkte, und man drückt daneben — was schlimmer ist, als gar keine Taste zu haben.
Was geholfen hat, waren drei simple Regeln:
- Farbe nach Funktionsgruppe. Alles, was Aufnahme betrifft, rot. Alles, was Ton betrifft, blau. Szenen grün.
- Räumliche Ordnung. Gefährliche Tasten (Aufnahme beenden, Stream starten) kommen in eine Ecke, nicht in die Mitte, wo man hinlangt.
- Text statt Symbol, wo es geht. Ein Wort liest sich schneller als ein Icon, das man selbst entworfen hat und drei Wochen später nicht mehr deutet.

Klingt banal. Ist aber der Unterschied zwischen 32 nützlichen Tasten und 32 hübschen.
Technische Daten
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Modell | Elgato Stream Deck XL |
| Tasten | 32 LCD-Tasten, frei belegbar |
| Drehregler | keine |
| Anschluss | USB-C, Kabel USB-C auf USB-C, 150 cm |
| Schnittstelle | USB 3.0 |
| Ständer | magnetisch, im Lieferumfang |
| Maße | 182 × 112 × 34 mm (ohne Ständer) |
| Gewicht | 410 g (ohne Ständer) |
| Systemvoraussetzung | Windows 11 oder neuer, macOS 13 oder neuer |
| Software | Stream Deck Software mit Profilen, Ordnern, Mehrfachaktionen |
| Preis EU-Store | 249,99 € (Stand: August 2026) |
Herstellerangaben, Stand: August 2026.
Für wen sich das lohnt
- Ja, wenn du viele Zustände umschaltest — Szenen, Quellen, Programme, Fensteranordnungen.
- Ja, wenn du mit mehreren Programmen arbeitest und Profile nutzen willst. Das ist die eigentliche Stärke.
- Ja, wenn dich Ordner am kleineren Modell stören. 32 direkte Tasten sind ein anderes Arbeiten.
- Eher nicht, wenn du hauptsächlich Lautstärken regelst. Dafür ist das Stream Deck + gebaut.
- Eher nicht, wenn der Schreibtisch schmal ist. 18 Zentimeter Breite plus Ständer wollen einen festen Platz.
- Eher nicht, wenn du unter zehn regelmäßige Funktionen kommst. Dann zahlst du für Tasten, die leer bleiben.
- Genau hinschauen, wenn du dir keine Zeit für die Beschriftung nehmen willst. Unbeschriftet sind 32 Tasten schlechter als acht.
Mein Fazit
Das Stream Deck XL ist kein besseres Stream Deck +, sondern ein anderes. Es hat mehr Tasten und keine Regler, und beides ist Absicht.
Wenn du weißt, dass bei dir Zustände überwiegen, ist es die richtige Wahl — und die Profile pro Programm machen aus 32 Tasten mehrere hundert. Wenn du es kaufst, plan einen Nachmittag für die Belegung ein. Das ist der Teil, den niemand erwähnt und der darüber entscheidet, ob das Gerät in einem Monat noch benutzt wird.
Produktabbildungen: Elgato (Corsair Gaming, Inc.).
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Stream Deck XL und Stream Deck +?
Das XL hat 32 Tasten und keine Drehregler, das Plus acht Tasten plus vier Regler. Tasten sind für Zustände da — Szene wechseln, stumm schalten —, Regler für Werte wie Lautstärken.
Reichen 32 Tasten wirklich?
Direkt ja, und über Profile faktisch weit mehr. Die Software schaltet die Belegung je nach aktivem Programm um, sodass dieselben 32 Tasten in OBS etwas anderes tun als im Schnittprogramm.
Funktioniert es auch ohne OBS?
Ja. Programme starten, Fenster anordnen, Tastenkombinationen auslösen, Systemfunktionen schalten — Streaming ist ein Anwendungsfall unter vielen.
Brauche ich einen zweiten Rechner?
Nein. Zwei Rechner sind eine Setup-Entscheidung. Das Gerät läuft an einem einzelnen Rechner genauso, und die Profile trennen die Anwendungsfälle.
Welche Systemvoraussetzungen gelten?
Windows 11 oder neuer beziehungsweise macOS 13 oder neuer. Ältere Systeme unterstützt die aktuelle Software nicht mehr.
Kann ich zwei Stream Decks gleichzeitig betreiben?
Ja, die Software verwaltet mehrere Geräte. Das ist der Weg, wenn man sowohl viele Tasten als auch Drehregler braucht — kostet allerdings zweimal.
Wie beschrifte ich die Tasten sinnvoll?
Farbe nach Funktionsgruppe, gefährliche Tasten in eine Ecke statt in die Mitte, und lieber Text als selbstgebastelte Symbole. Ohne diese Ordnung sind 32 gleich aussehende Kacheln im Halbdunkel schlechter als acht.
Das könnte auch passen
Softbox oder Barndoors: die zwei Lichtformer, die man wirklich braucht
Eine Leuchte allein macht kein gutes Licht. Was aus 300 Watt ein brauchbares Bild macht, ist der Lichtformer davor — und dafür gi…
Elgato Green Screen XL: zwei Meter Stoff, die niemand mehr baut
Der Green Screen XL ist eine Rollleinwand in Grün, die sich aus einer Aluminiumkassette am Boden nach oben ziehen lässt: 200 × 18…
Amaran PT2c: acht Pixel, die den Unterschied machen — oder auch nicht
Der Amaran PT2c ist eine 60 Zentimeter lange LED-Röhre mit voller Farbmischung und acht einzeln steuerbaren Pixeln. Damit sind Fa…