Softbox oder Barndoors: die zwei Lichtformer, die man wirklich braucht
Servus Leute,
in den Artikeln zum Amaran 300c und zum 100d S steht derselbe Satz zweimal: Kauf die Leuchte nicht ohne Lichtformer. Hier steht, was damit gemeint ist.
Es geht um zwei Teile, die beide an das Bowens-Bajonett passen und beide etwas völlig anderes tun: die Light Dome Mini III, eine runde Softbox, und die Barndoors, die vierflügelige Klappe.
Wenn du nur eines kaufst, ist die Antwort einfach — sie steht am Ende. Aber es lohnt zu verstehen, warum.
Was ein Lichtformer überhaupt macht
Eine LED-Leuchte mit Reflektor ist eine kleine, harte Lichtquelle. Klein heißt: Der Schatten hat eine scharfe Kante. Auf einem Gesicht sieht das aus wie eine Ausweisfotokabine — jede Falte, jede Unebenheit, jeder Schatten unter der Nase wird betont.
Weiches Licht entsteht durch Fläche. Je größer die leuchtende Fläche im Verhältnis zum Motiv, desto weicher der Übergang zwischen hell und dunkel. Das ist der ganze Trick, und es ist Physik, keine Geschmacksfrage.
Ein Lichtformer tut deshalb eines von zwei Dingen:
- Er macht die Quelle größer — das ist die Softbox.
- Er begrenzt, wohin das Licht fällt — das sind die Barndoors.
Die Light Dome Mini III: aus klein wird groß

Eine runde, 16-eckige Softbox mit 58 Zentimetern Durchmesser und 32,7 Zentimetern Tiefe, aufgespannt über 16 Stahlstreben.
Aus einer Lichtquelle von wenigen Zentimetern wird damit eine von knapp 60 — das ist der Faktor, um den die Schatten weicher werden.
Im Lieferumfang stecken drei Teile, die alle etwas anderes tun:
- Der 1,5-Blenden-Diffusor — das weiße Tuch vorne, das eigentliche Weichmachmittel.
- Der Gold-Silber-Innenreflektor, ⌀ 18 Zentimeter, der die Mitte abdeckt, damit kein heißer Fleck entsteht.
- Das 40°-Wabengitter — und das ist das interessanteste Teil. Es begrenzt, wie breit das weiche Licht streut. Ohne Gitter leuchtet eine Softbox den halben Raum mit; mit Gitter bleibt das Licht dort, wo es hingehört, und die Wand dahinter bleibt dunkel.
Aufbau: flach zusammengelegt 53 × 18 × 5 Zentimeter, aufgebaut in Sekunden über einen Schnellfaltmechanismus. Gewicht 1,30 kg, Transporttasche liegt bei.
Kompatibel ist sie mit Bowens-Leuchten bis 600 Watt — für alles in der 100- bis 300-Watt-Klasse also mit Reserve.
Auch hier eine Abkündigung: Aputure führt die Light Dome Mini III als eingestellt und verweist auf die Quick Dome 60 als Nachfolger. Was im Handel steht, sind Restbestände. Wie beim Green Screen gilt: Hier veraltet nichts, aber der Preis kann schwanken.
Die Barndoors: aus überall wird dorthin

Vier schwarze Klappen aus kaltgewalztem Stahl mit Veloursbeschichtung, die sich einzeln verstellen lassen. Maße 244 × 188 × 100 Millimeter, Gewicht 1,0 kg, 7-Zoll-Bowens-Bajonett.
Sie machen das Licht nicht weicher — im Gegenteil, es bleibt hart. Sie bestimmen, wohin es fällt.
Typische Anwendungen:
- Die Wand hinter dir dunkel halten, während das Licht auf dich fällt. Die häufigste Aufgabe.
- Streulicht aus dem Objektiv halten. Fällt Licht direkt in die Linse, wird das Bild flau und milchig. Ein zugeklappter Flügel löst das.
- Ein Lichtband erzeugen, etwa ein schmaler Streifen an einer Wand.
Im Lieferumfang: ein 30°-Wabengitter für zusätzliche Bündelung und ein magnetischer Folienhalter, mit dem sich Farbfolien vorsetzen lassen.
Passend sind sie unter anderem an amaran 60d, 100d, 200d, 150c und 300c sowie an den größeren Aputure-Leuchten.
Welchen brauchst du?

Die ehrliche Antwort in drei Sätzen:
Wenn du ein Gesicht beleuchtest: Softbox. Immer. Hartes Licht auf ein Gesicht ist der häufigste und sichtbarste Fehler im Anfängersetup, und keine Kameraeinstellung repariert das hinterher.
Wenn du eine Fläche oder ein Objekt anleuchtest und Kontrolle brauchst: Barndoors. Ein Hintergrund, ein Produkt auf dem Tisch, ein Lichtstreifen an der Wand.
Wenn du beides hast, kombinierst du nicht — beide sitzen am selben Bajonett und schließen sich gegenseitig aus. Bei zwei Leuchten bekommt die eine die Softbox, die andere die Barndoors. Das ist der übliche Aufbau: weiches Hauptlicht vorne, gerichtetes Licht auf den Hintergrund.
Und der praktische Hinweis, der beim Bestellen zählt: Eine Softbox schluckt Licht. Rechne grob mit einer bis anderthalb Blenden — das ist der Grund, warum die Leuchte Reserve haben sollte und warum eine sehr große Box an einer 100-Watt-Leuchte knapp wird.
Technische Daten
Aputure Light Dome Mini III
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Bauart | runde Softbox, 16-eckig |
| Maße aufgebaut | ⌀ 58,0 × 32,7 cm |
| Maße zusammengelegt | 53,0 × 18,0 × 5,0 cm |
| Gewicht | 1,30 kg |
| Bajonett | Bowens |
| Streben | 16, Stahl |
| Lieferumfang | 1,5-Blenden-Diffusor, Gold-/Silber-Innenreflektor ⌀ 18 cm, 40°-Wabengitter, Tasche |
| Geeignet für | Bowens-Leuchten bis 600 W |
| Verfügbarkeit | vom Hersteller eingestellt, Nachfolger Quick Dome 60 (Stand: August 2026) |
Aputure Barndoors
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Bauart | 4-Flügel-Klappe, Velours beschichtet |
| Maße | 244 × 188 × 100 mm |
| Gewicht | 1,0 kg |
| Bajonett | Bowens, 7 Zoll |
| Material | kaltgewalzter Stahl |
| Lieferumfang | 30°-Wabengitter, magnetischer Folienhalter |
| Passend für | amaran 60d/100d/200d/150c/300c, Aputure 300d/300x und weitere |
Herstellerangaben, Stand: August 2026.
Für wen sich das lohnt
- Softbox: ja, wenn Menschen im Bild sind. Das ist keine Stilfrage, sondern die Grundlage.
- Softbox: ja, wenn der Aufbau oft weg muss — flach zusammengelegt ist sie 5 Zentimeter dick.
- Barndoors: ja, wenn Licht auf einen Hintergrund fällt, der dunkel bleiben soll.
- Barndoors: ja, wenn dir Streulicht ins Objektiv fällt und das Bild flau wird.
- Eher nicht beides gleichzeitig an einer Leuchte — sie belegen dasselbe Bajonett.
- Genau hinschauen bei der Leistungsreserve. Eine Softbox kostet grob eine bis anderthalb Blenden.
- Genau hinschauen beim Stativ. Leuchte plus 58-Zentimeter-Softbox ergibt einen langen Hebel und viel Angriffsfläche.
Mein Fazit
Zwischen einer 300-Euro-Leuchte ohne Lichtformer und einer 150-Euro-Leuchte mit Softbox gewinnt die zweite — jedes Mal, und nicht knapp.
Wenn du dich für eines entscheiden musst, nimm die Softbox. Sie löst das Problem, das man auf jedem Bild sofort sieht. Die Barndoors sind das Werkzeug für den zweiten Schritt, wenn nicht mehr die Frage ist, ob das Licht weich genug ist, sondern ob es nur dort landet, wo es soll.
Produktabbildungen: Aputure Imaging Industries.
Häufige Fragen
Brauche ich wirklich einen Lichtformer?
Für Gesichter praktisch ja. Eine Leuchte mit Reflektor ist eine kleine, harte Quelle und wirft scharfe Schatten. Weiches Licht entsteht nur über eine große leuchtende Fläche — also über eine Softbox.
Softbox oder Barndoors — was zuerst?
Die Softbox. Sie löst das sichtbarste Problem. Barndoors sind der zweite Schritt und dafür da, das Licht von Stellen fernzuhalten, an denen es nicht sein soll.
Kann ich beide gleichzeitig benutzen?
Nein, beide sitzen am selben Bowens-Bajonett. Bei zwei Leuchten bekommt üblicherweise die eine die Softbox als Hauptlicht und die andere die Barndoors für den Hintergrund.
Wie viel Licht kostet eine Softbox?
Grob eine bis anderthalb Blenden. Deshalb sollte die Leuchte Reserve haben — eine sehr große Softbox an einer 100-Watt-Leuchte wird schnell knapp.
Wozu ist das Wabengitter gut?
Es begrenzt, wie breit das Licht streut. Ohne Gitter leuchtet eine Softbox den halben Raum mit, mit Gitter bleibt das Licht auf dem Motiv und der Hintergrund dunkel.
Passt die Softbox an jede Leuchte?
An alle mit Bowens-Bajonett, und das ist der verbreitetste Standard in dieser Klasse. Die Light Dome Mini III ist für Leuchten bis 600 Watt freigegeben.
Gibt es die Light Dome Mini III noch?
Aputure führt sie als eingestellt und verweist auf die Quick Dome 60. Im Handel gibt es Restbestände. Da an einer Softbox nichts veraltet, ist ein Kauf vertretbar — der Preis kann allerdings schwanken.
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