UniFi Switch Pro Max 48 PoE: wenn 400 Watt nicht mehr reichen
Servus Leute,
im letzten Artikel ging es um den Pro Max 24 PoE und um die Rechnung, an der die meisten Installationen scheitern: Das PoE-Budget ist eher voll als die Ports.
Genau an dem Punkt steht dieses Gerät. Der UniFi Switch Pro Max 48 PoE hat 720 Watt statt 400, 48 Ports statt 24 und 16 Anschlüsse mit 2,5 Gigabit statt acht. Er kostet 1.199 Euro — und ist damit günstiger als zwei 24er, die zusammen bei 1.478 Euro landen würden.
Hier steht, wann der Sprung fällig ist, was die vier SFP+-Ports ändern, und welche zwei Zahlen vor dem Kauf in den Schrank passen müssen.
Was der Pro Max 48 PoE überhaupt ist
Ein Switch mit einer Höheneinheit, 442,4 × 400 × 44 Millimeter groß und 6,2 Kilogramm schwer. Ubiquiti beschreibt ihn als „48-Port-Layer-3-Switch mit 2,5 GbE und PoE++-Ausgang".

Die Portaufteilung ist der eigentliche Unterschied zur kleinen Ausführung:
- 32 × 1 Gigabit — davon 24 mit PoE+ und 8 mit PoE++
- 16 × 2,5 Gigabit — davon 8 mit PoE+ und 8 mit PoE++
- 4 × SFP+ mit 10 Gigabit
Dazu 224 Gbit/s Switching-Kapazität, 112 Gbit/s blockierungsfreier Durchsatz und 167 Millionen Pakete pro Sekunde. Layer 3 kann er ebenfalls, hier sogar ausdrücklich inklusive Inter-VLAN-Routing.
Wann der Sprung fällig ist
Meine Faustregel besteht aus drei Fragen. Wird eine davon mit Ja beantwortet, ist die 48er die richtige Wahl:
1. Kommt deine PoE-Rechnung über 300 Watt? Dann ist die 24er mit 400 Watt zwar formal ausreichend, aber ohne Reserve. Netze wachsen — die nächste Kamera kommt bestimmt.
2. Sind mehr als 18 Ports belegt? Ein Switch, der zu drei Vierteln voll ist, ist ein Projekt, das in zwei Jahren wiederkommt.
3. Hast du mehr als acht Access Points? Der 24er hat acht 2,5-Gigabit-Ports. Ab dem neunten Access Point landet einer an einem Gigabit-Port — und du hast für einen schnelleren Anschluss bezahlt, den du nicht nutzt.
Die Preisrechnung stützt das: 1.199 Euro für 48 Ports gegen 1.478 Euro für zweimal 24. Und der eine Switch braucht eine Höheneinheit statt zwei, ein Netzkabel statt zwei, eine Verbindung nach oben statt zwei.

Der Fall, in dem zwei kleinere trotzdem besser sind: wenn sie an verschiedenen Orten stehen. Zwei Gebäudeteile, zwei Etagen, zwei Brandabschnitte — dann ist ein zweiter Switch vor Ort sinnvoller als vierzig lange Kabel zu einem zentralen Gerät.
Der eigentliche Hebel: vier SFP+-Ports
Die 24er hat zwei SFP+-Anschlüsse, diese hier hat vier. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist der Grund, warum das Gerät in einem größeren Netz an der richtigen Stelle steht.
Mit vier 10-Gigabit-Anschlüssen kannst du:
- zwei davon zum Gateway bündeln — doppelte Bandbreite nach oben und Ausfallsicherheit, wenn eine Faser stirbt
- die anderen beiden zu weiteren Switches legen, etwa in ein anderes Stockwerk oder ein Nebengebäude
Damit wird der Pro Max 48 vom Endgeräte-Switch zum Verteiler in der Mitte des Netzes. Bei einem Kunden hängen dort zwei Fasern nach unten in die Werkstatt und zwei Kupferstrecken zum Gateway. Alles, was im Haus passiert, läuft über dieses Gerät — und genau deshalb war die Redundanz nach oben kein Luxus, sondern die Bedingung.
Zwei Zahlen, die vor dem Kauf in den Schrank passen müssen

Das ist der Absatz, der teuer wird, wenn man ihn überspringt.
Erstens: 400 Millimeter Tiefe. Die 24er ist 325 Millimeter tief, dieses Gerät 400. Viele Wandschränke sind innen knapp 450 Millimeter tief — da passt der Switch zwar hinein, aber die Kabel hinten kommen nicht mehr sinnvoll heraus, wenn die Tür schließen soll. Miss deinen Schrank, bevor du bestellst. Ein 60 Zentimeter tiefer Standschrank ist die entspannte Lösung.
Zweitens: 820 Watt unter Volllast. Ohne PoE zieht der Switch 100 Watt, mit voller PoE-Auslastung 820. Das hat drei Folgen:
- Die Steckdose. 820 Watt sind an einem normalen Stromkreis unkritisch — zusammen mit Gateway, Rekorder und Servern im selben Schrank aber nicht mehr automatisch.
- Die USV. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, die 820 Watt eine Weile halten soll, ist ein anderes Gerät als die 700-VA-Kiste unter dem Schreibtisch. Wer die Kameras auch bei Stromausfall laufen haben will, muss das ehrlich rechnen.
- Die Wärme. 820 Watt gehen als Wärme in den Schrank. In einem geschlossenen Wandschrank ohne Lüftung wird das im Sommer zum Thema.
Technische Daten
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Modell | UniFi Switch Pro Max 48 PoE (USW-Pro-Max-48-PoE) |
| Ports 1 Gigabit | 32 (24 × PoE+, 8 × PoE++) |
| Ports 2,5 Gigabit | 16 (8 × PoE+, 8 × PoE++) |
| SFP+ | 4 × 10 Gigabit |
| PoE-Budget gesamt | 720 W |
| Leistung je Port | bis 60 W bei PoE++ |
| Switching-Kapazität | 224 Gbit/s |
| Blockierungsfreier Durchsatz | 112 Gbit/s |
| Weiterleitungsrate | 167 Mpps |
| Layer 3 | DHCP-Server, DHCP-Relay, Inter-VLAN-Routing, statische Routen |
| Display | 1,3-Zoll-Touchscreen |
| Stromversorgung | 100–240 V AC |
| Leistungsaufnahme | 100 W ohne PoE, bis 820 W mit PoE |
| Maße | 442,4 × 400 × 44 mm, 1 Höheneinheit |
| Gewicht | 6,2 kg |
| Preis EU-Store | 1.199 € (Stand: August 2026) |
Herstellerangaben, Stand: August 2026.
Für wen sich das lohnt
- Ja, wenn deine PoE-Rechnung über 300 Watt geht. Dann ist die 24er ohne Reserve.
- Ja, wenn mehr als acht Access Points im Netz hängen — 16 schnelle Ports sind der Unterschied.
- Ja, wenn der Switch in der Mitte des Netzes sitzt und mehrere Strecken bedienen soll. Dafür sind die vier SFP+-Ports da.
- Ja, rein rechnerisch: 1.199 Euro schlagen zweimal 739 Euro deutlich.
- Eher nicht, wenn du zwei getrennte Standorte hast. Dann sind zwei kleinere Geräte vor Ort die bessere Lösung als vierzig lange Kabel.
- Eher nicht, wenn dein Schrank flach ist. 400 Millimeter Tiefe plus Kabel brauchen Platz.
- Genau hinschauen, wenn du eine USV betreibst. 820 Watt Spitzenlast verändern deren Auslegung grundlegend.
- Genau hinschauen, wenn der Schrank geschlossen und unbelüftet ist. Die Abwärme muss weg.
Mein Fazit
Der Pro Max 48 PoE ist kein Gerät für zu Hause, und er tut auch nicht so. Er ist der Switch für den Moment, in dem eine Installation aufhört, eine Installation zu sein, und anfängt, eine Infrastruktur zu werden.
Dass er billiger ist als zwei kleinere, macht die Entscheidung leicht. Was sie schwerer macht, sind die 400 Millimeter Tiefe und die 820 Watt — beides Zahlen, die nicht im Netzwerk stehen, sondern im Schrank und auf der USV. Wer die vorher misst, bekommt ein Gerät, das die nächsten Jahre keine Fragen stellt.
Produktabbildungen: Ubiquiti Inc.
Häufige Fragen
Lohnt sich der 48er gegenüber zwei 24ern?
Rein rechnerisch ja: 1.199 Euro gegen 1.478 Euro, dazu eine Höheneinheit statt zwei und ein Netzkabel statt zwei. Zwei kleinere Geräte lohnen nur, wenn sie an verschiedenen Orten stehen.
Wie viele PoE-Geräte kann ich anschließen?
Das entscheidet das Budget von 720 Watt. Bei Kameras mit 15 Watt und Access Points mit 14 Watt sind das rund 45 Geräte — plane aber mit 70 Prozent Auslastung, damit Reserve bleibt.
Passt der Switch in einen Wandschrank?
Nur in einen tiefen. Das Gerät ist 400 Millimeter tief, dazu kommen die Kabel hinten. Viele Wandschränke sind dafür zu knapp. Vor dem Kauf messen.
Was bedeuten 820 Watt für meine USV?
Sie müssen im Ernstfall bereitgestellt werden. Eine kleine Büro-USV schafft das nicht. Wer Kameras und Netzwerk bei Stromausfall weiterlaufen lassen will, braucht eine entsprechend ausgelegte Anlage.
Wozu vier SFP+-Ports?
Für Redundanz und Verteilung: zwei gebündelt zum Gateway, zwei zu weiteren Switches in anderen Gebäudeteilen. Damit wird der Switch zum Knotenpunkt statt zum Endgerät.
Was ist Inter-VLAN-Routing und brauche ich das?
Der Switch leitet Verkehr zwischen getrennten Netzen selbst weiter, statt ihn über das Gateway zu schicken. Wer mehrere VLANs betreibt — etwa getrennt für Kameras, Gäste und Büro —, gewinnt damit spürbar Tempo.
Ist er lauter als die 24er-Ausführung?
Beide haben aktive Kühlung und sind hörbar; Ubiquiti nennt keine Werte. Bei mehr PoE-Last arbeitet die Kühlung entsprechend mehr. Ins Büro gehört keiner von beiden.
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