Amaran T2c: die Röhre, die den Hintergrund rettet
Servus Leute,
wenn ein Setup auf einem Bild gut aussieht und man nicht sagen kann, warum, liegt es fast immer nicht am Hauptlicht. Es liegt an dem, was hinter der Person passiert.
Der Amaran T2c ist das Werkzeug dafür: eine 60 Zentimeter lange Röhre mit 20 Watt, voller Farbmischung und einem Akkugriff, mit dem sie überall hin darf. Sie ist die günstigste Anschaffung in meinem Lichtaufbau und die mit dem sichtbarsten Effekt.
Was sie nicht kann, steht gleich im ersten Abschnitt — damit du sie nicht für die falsche Aufgabe kaufst.
Was der T2c überhaupt ist
Eine RGBWW-LED-Röhre, zwei Fuß lang, also rund 60 Zentimeter. Die Kennzahlen:
- 20 Watt, 475+ Lux auf einen Meter bei 5.600 K
- Farbtemperatur 2.500 bis 7.500 K, dazu volle HSI-Farbmischung mit Grün-Magenta-Abgleich
- CRI 95+, TLCI 98+, CQS 96+
- Akkugriff im Lieferumfang, dazu Netzteil, Ösenschraube und Koffer

Und jetzt die Zahl, die die ganze Einordnung liefert: 475 Lux auf einen Meter. Zum Vergleich — der Amaran 100d S kommt auf 34.600. Das ist der Faktor 70.
Der T2c ist kein Hauptlicht. Er kann dein Gesicht nicht beleuchten, und er soll es auch nicht. Er ist eine sichtbare Lichtquelle im Bild oder ein Farbtupfer auf einer Wand. Wer ihn als Ersatz für einen Scheinwerfer kauft, ist enttäuscht.
Wofür ich ihn tatsächlich benutze
Drei Anwendungen, in dieser Reihenfolge:
Erstens: als Farbe auf der Wand hinter mir. Die Röhre steht seitlich hinter dem Stuhl, außerhalb des Bildes, und wirft Farbe auf die Wand. Aus einer grauen Fläche wird ein Farbverlauf. Das ist der Effekt, den man auf jedem zweiten Streaming-Bild sieht und für den man kein Vermögen braucht.
Zweitens: als Kante. Röhre schräg hinter der Person, leicht angewinkelt — sie zeichnet eine helle Linie an Schulter und Haaren nach und trennt so vom Hintergrund. Das ist derselbe Effekt, den ein Greenscreen erzwingt, nur ohne Greenscreen und ohne Software.
Drittens: als sichtbares Objekt im Bild. Senkrecht in einer Ecke aufgestellt, ist sie selbst Teil des Bildes. Braucht man selten, sieht aber gut aus.

Der eigentliche Hebel: der Akkugriff

Das Zubehörteil, das im Lieferumfang steckt und über die Nutzung entscheidet.
Eine Leuchte am Kabel steht dort, wo eine Steckdose ist. Eine Leuchte am Akku steht dort, wo sie hingehört. Das klingt trivial und ist der Unterschied zwischen einem Gerät, das man aufbaut, und einem, das man hinstellt.
Praktisch heißt das: Die Röhre liegt hinter dem Schreibtisch, klemmt an einem Regal, steht in der Ecke — ohne dass ein Kabel durchs Bild oder über den Boden läuft. Gerade beim Hintergrundlicht, das ja gerade nicht auffallen soll, ist ein sichtbares Kabel der schnellste Weg, den Effekt zu ruinieren.
Zur Laufzeit macht der Hersteller für den T2c keine feste Angabe; bei Farblicht und mittlerer Helligkeit — also dem üblichen Betrieb als Hintergrundlicht — hält der Griff bei mir problemlos einen Abend durch. Auf voller Leistung in Weiß ist es deutlich weniger, aber so betreibt man die Röhre ohnehin nicht.
T2c oder PT2c?
Amaran baut eine zweite Röhre derselben Länge, den PT2c, und der Unterschied ist eindeutig:
- T2c: eine Farbe über die ganze Länge. Akkugriff als Zubehörteil.
- PT2c: acht einzeln steuerbare Pixel, Akku fest eingebaut. Damit sind Verläufe über die Länge möglich — von Blau unten nach Magenta oben, Lauflichter, Effekte.
Meine Empfehlung: Wenn du eine Röhre kaufst, nimm den T2c. Eine Farbe reicht für Wand und Kante völlig, und du sparst deutlich. Der PT2c lohnt erst, wenn Verläufe und Effekte tatsächlich Teil deiner Bildsprache sind — sonst zahlt man für acht Pixel, die alle dasselbe anzeigen.
Technische Daten
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Modell | amaran T2c |
| Bauart | LED-Röhre, RGBWW |
| Länge | 2 Fuß, rund 60 cm |
| Leistung | 20 W |
| Lichtleistung | 475+ lux auf 1 m (5.600 K) |
| Farbtemperatur | 2.500 – 7.500 K |
| Farbsteuerung | HSI-Vollfarbe mit Grün-Magenta-Abgleich |
| Farbwiedergabe | CRI 95+, TLCI 98+, CQS 96+ |
| Stromversorgung | Netzteil oder Akkugriff (beides im Lieferumfang) |
| Steuerung | am Gerät und per App |
| Lieferumfang | Röhre, Akkugriff, Netzteil mit Kabel, Ösenschraube, Koffer |
Herstellerangaben, Stand: August 2026.
Für wen sich das lohnt
- Ja, wenn dein Hintergrund langweilig ist. Das ist der Hauptzweck und die günstigste sichtbare Verbesserung.
- Ja, wenn du eine Kante brauchst, um dich vom Hintergrund zu trennen.
- Ja, wenn die Leuchte an einer Stelle stehen soll, an der keine Steckdose ist. Dafür ist der Akkugriff da.
- Eher nicht, wenn du ein Hauptlicht suchst. 475 Lux sind dafür um den Faktor 70 zu wenig.
- Eher nicht, wenn du Verläufe über die Länge brauchst. Dann ist der PT2c das richtige Gerät.
- Genau hinschauen, wenn du nur eine kaufen willst. Der Effekt entsteht meist erst mit zwei Röhren — eine für die Wand, eine als Kante.
- Genau hinschauen bei der Befestigung. Die Ösenschraube liegt bei, Klemmen und Stative nicht.
Mein Fazit
Der T2c ist die Leuchte, bei der man am meisten für sein Geld sieht — und zwar nicht, weil sie gut wäre im Sinne von hell, sondern weil sie an der richtigen Stelle steht.
Ein Setup wird nicht dadurch besser, dass das Gesicht heller wird. Es wird dadurch besser, dass hinter dem Gesicht etwas passiert. Dafür braucht es 20 Watt, keine 300 — und einen Akkugriff, damit sie dort stehen darf, wo sie hingehört.
Produktabbildungen: Aputure Imaging Industries / amaran.
Häufige Fragen
Kann ich den Amaran T2c als Hauptlicht benutzen?
Nein. Mit 475 Lux auf einen Meter ist er dafür viel zu schwach — ein 100-Watt-Scheinwerfer liefert rund das Siebzigfache. Der T2c ist für Hintergrund, Kanten und als sichtbare Lichtquelle gedacht.
Was ist der Unterschied zum PT2c?
Der T2c leuchtet in einer Farbe über die ganze Länge. Der PT2c hat acht einzeln steuerbare Pixel und kann Verläufe und Effekte über die Länge darstellen. Für Wand und Kante reicht der T2c.
Läuft die Röhre ohne Steckdose?
Ja, über den mitgelieferten Akkugriff. Das ist der eigentliche Vorteil: Sie darf dort stehen, wo sie hingehört, statt dort, wo eine Steckdose ist.
Wie lange hält der Akku?
Der Hersteller nennt für den T2c keine feste Laufzeit. Im typischen Betrieb als Hintergrundlicht mit Farbe und mittlerer Helligkeit reicht er für einen Abend; auf voller Leistung in Weiß deutlich weniger.
Reicht eine Röhre?
Meist nicht. Der Effekt entsteht in der Regel erst mit zweien — eine wirft Farbe auf die Wand, die andere zeichnet die Kante. Mit einer einzelnen bekommt man einen von beiden Effekten.
Wie befestige ich die Röhre?
Eine Ösenschraube liegt bei, Klemmen und Stative nicht. In der Praxis reicht oft schon, sie hinter ein Möbelstück zu legen oder anzulehnen — sie soll ja gar nicht im Bild sein.
Was bringt der Grün-Magenta-Abgleich?
Er gleicht Farbstiche an, die andere Lichtquellen im Raum haben — etwa Leuchtstoffröhren. Damit passt das Licht der Röhre zum vorhandenen Licht, statt dagegen zu arbeiten.
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